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Wirtschaftsfachwirt berufsbegleitend

Wirtschaftsfachwirt Di+Do abends: der Wochenablauf

· 8 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Laptop mit Videokonferenz, Notizbuch und Schreibtischlampe in einem Wohnzimmer am Abend

Der Wirtschaftsfachwirt läuft Dienstag und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr online. Das sind sechs Stunden Live-Unterricht pro Woche, dazu acht bis zwölf Stunden Selbststudium über die Woche verteilt. Wer wissen will, wie sich das mit einem Vollzeitjob und einem Privatleben verträgt, bekommt hier den ehrlichen Wochenablauf.

Die meisten Teilnehmer unterschätzen nicht den Unterricht selbst, sondern den Effekt auf den Rest der Woche. Zwei Abende sind weg, und an den anderen Tagen braucht es trotzdem Lernblöcke. In meinen Kursen sehe ich regelmäßig, dass der erste Monat zäh ist, weil sich der Rhythmus erst einspielen muss. Ab Monat zwei läuft es runder.

Warum ausgerechnet Dienstag und Donnerstag?

Dienstag und Donnerstag sind nicht zufällig gewählt. Zwischen beiden Abenden liegt der Mittwoch als Puffer, an dem du Unterrichtsstoff nacharbeiten kannst. Nach Donnerstag folgt das Wochenende für längere Lernblöcke. Montag und Freitag bleiben als reine Arbeitstage, ohne Unterrichtsdruck. Das ist für die meisten Teilnehmer der Kompromiss, mit dem Job und Privatleben am ehesten funktionieren.

Sechs Stunden Live-Unterricht pro Woche sind der Kern. Du siehst den Dozenten live, kannst Fragen stellen, nimmst an Diskussionen teil. Das geht nicht aufgezeichnet nachzuholen ohne Qualitätsverlust.

Wie sieht ein typischer Dienstag aus?

Der Dienstag beginnt wie jeder Arbeitstag. Du arbeitest bis 17 Uhr, fährst heim oder bleibst im Homeoffice, isst etwas, machst dich um 17:45 am Rechner fertig. Um 18 Uhr startet der Unterricht, pünktlich.

Zwischen 18 und 21 Uhr gibt es drei Blöcke von je etwa 45 bis 50 Minuten, unterbrochen durch zwei kurze Pausen. Inhaltlich wechseln sich Theoriephasen, Rechenbeispiele und Diskussionen ab. Du nimmst über Zoom oder eine vergleichbare Plattform teil, Kamera in der Regel an.

Um 21 Uhr ist Schluss. Viele brauchen danach noch zwanzig Minuten, bis sie runterkommen. Der Kopf läuft weiter. Wer direkt ins Bett geht, liegt noch mit Zahlen im Kopf.

Wie sieht ein typischer Donnerstag aus?

Der Donnerstag läuft ähnlich. Arbeit bis 17 Uhr, dann Unterricht von 18 bis 21 Uhr. Inhaltlich oft thematisch verbunden mit dem Dienstag, sodass du in der Woche zwei Einheiten zum gleichen Themenblock bekommst.

Der Unterschied zum Dienstag: Am Freitag wartet noch ein Arbeitstag. Wer am Donnerstag bis 22 Uhr hoch bleibt, ist am Freitag erschöpft. Das merken viele erst nach zwei, drei Wochen. Dann lernt man, direkt nach dem Unterricht abzuschalten.

Wie läuft der Rest der Woche?

Der Rest der Woche ist das eigentliche Pensum. Sechs Stunden Unterricht sind der kleinere Anteil. Die acht bis zwölf Stunden Selbststudium verteilen sich so:

TagTypische LernzeitInhalt
Montag60 MinutenVorwoche nacharbeiten, Hausaufgaben fertig machen
Mittwoch60 bis 90 MinutenDienstags-Stoff festigen, Fragen für Donnerstag notieren
Freitag0 MinutenFreier Abend, nicht lernen
Samstag4 bis 6 StundenWochen-Hauptlernblock, neue Themen vertiefen
Sonntag2 bis 3 StundenWochenvorbereitung, Probeklausuren, Wiederholung

Das ist der Standard. In der Prüfungsphase der letzten acht bis zehn Wochen steigt die Belastung deutlich, dann sind auch Freitagabende und längere Wochenendblöcke nötig.

Was kostet der Dienstag im Alltag?

Am Dienstag bist du abends nicht verfügbar. Das heißt konkret:

  • Keine Familienzeit zwischen 18 und 21 Uhr
  • Kein Sport am Dienstagabend
  • Keine spontanen Verabredungen
  • Kein Einkaufen nach der Arbeit
  • Kein Kochen mit der Familie

Wer mit Kindern lebt, verpasst zweimal pro Woche das Abendritual. Das sind in elf Monaten ungefähr 90 Abende. Das ist nicht nichts. Es lässt sich mildern, wenn der Partner das Abendritual übernimmt und du morgens mehr Zeit mit den Kindern verbringst oder am Wochenende bewusst eine Familieneinheit schaffst. Mehr dazu im Artikel zu WFW mit Kind.

Und wenn mittwochs ein Termin reinkommt?

Das passiert regelmäßig. Arztbesuche, Elternabende, Geburtstage. Hier hilft ein klarer Kopf: Der Unterricht am Dienstag und Donnerstag ist fix, alles andere nachrangig planbar. Ein verschobener Arzttermin kostet wenig. Ein verpasster Unterrichtsabend ist zwar nicht das Ende, aber der Stoff muss nachgeholt werden, und Aufzeichnungen haben selten dieselbe Qualität wie der Live-Unterricht.

Die meisten Anbieter stellen Aufzeichnungen bereit, wenn du krank bist oder ein wichtiger Termin reinkommt. Das reicht für Notfälle. Zweimal pro Monat Aufzeichnungen schauen statt live teilnehmen ist in Ordnung. Mehr wird kritisch.

Arbeitgeber-Gespräch vor der Anmeldung

Wenn du regelmäßig Überstunden machst oder Dienstreisen hast, sprich vor der Anmeldung mit deinem Vorgesetzten. Nicht um Erlaubnis zu fragen. Aber um klar zu machen: Dienstag und Donnerstag ab 17:30 bist du weg. Wenn dein Job das zuverlässig zulässt, passt der WFW zeitlich. Wenn nicht, wird es schwierig.

Manche Teilnehmer reduzieren Überstunden für die elf Monate. Andere schieben Dienstreisen konsequent auf Montag oder Mittwoch. Dritte nehmen für die Unterrichtsabende Gleitzeitstunden, damit sie schon um 16 Uhr Schluss machen und in Ruhe essen können vor dem Unterricht.

Was du nicht tun solltest

Drei häufige Fehler, die Teilnehmer in den ersten Wochen machen:

Nicht direkt nach der Arbeit in den Unterricht stürzen. Wer um 17:55 am Rechner sitzt, noch gestresst von einem Meeting, kommt schlecht an. Plane mindestens 30 Minuten Puffer ein. Etwas essen, duschen, runterkommen.

Nicht nebenbei Mails beantworten. Der Unterricht läuft drei Stunden. Wer parallel im Outlook arbeitet, verliert die Hälfte. Mach den Mailclient zu, schalte das Diensthandy stumm.

Nicht ohne Notizen dasitzen. Mitschriften sind wichtig, auch wenn Folien bereitgestellt werden. Wer nur zuhört, vergisst zwei Drittel bis zum nächsten Tag.

Wenn Schichtarbeit reinfunkt

Wer im Schichtbetrieb arbeitet, muss vor der Anmeldung klären, ob Dienstag und Donnerstag abends frei sind. Manche Schichtmodelle lassen sich so tauschen, andere nicht. Wenn du regelmäßig Spätschicht bis 22 Uhr hast, geht der Abendunterricht nicht. Dann helfen nur ein Wechsel in eine Tagschicht für die elf Monate oder ein alternativer Kurs mit anderem Zeitmodell.

Details zu dieser Entscheidung im Artikel WFW bei Schichtarbeit.

Wie viel soziales Leben bleibt?

Ehrlich: weniger. Zwei Abende sind weg, ein halber Samstag auch. Sonntag ist eingeteilt. Das heißt nicht, dass du keine Freunde mehr siehst, aber du planst bewusster. Eine Verabredung am Freitagabend geht gut. Spontan ist schwierig.

Viele Teilnehmer sagen mir, dass sie in den elf Monaten enger mit ihren Familien zusammenwachsen, weil sie die verbleibende Zeit bewusster nutzen. Das ist ein Nebeneffekt, keine Garantie.

Erste Schritte zur Prüfung

Bevor du dich anmeldest, trag zwei Wochen lang deine aktuellen Abende in ein einfaches Raster ein. Was machst du Dienstag und Donnerstag zwischen 18 und 21 Uhr jetzt? Wenn da regelmäßig Sport, Familientermine oder Arbeitsüberstunden stehen, brauchst du einen Plan B.

Mach danach das WFW-Eignungs-Quiz, um deine Gesamtsituation einzuschätzen. Und wenn du konkrete Fragen zum Wochenmodell hast, buch dir zehn Minuten mit Jens. Ausführliche Zeitrechnung findest du auch in unserem Artikel zu den Wochenstunden. Für den Überblick über den gesamten Kurs gibt es die Seite Wirtschaftsfachwirt im Detail.

Häufige Fragen

Kann man auch in Teilzeit unterrichten, also nur einmal pro Woche?

Bei den meisten Anbietern ist das Zwei-Abende-Modell Standard, weil elf Monate mit nur einem Abend pro Woche den Stoff nicht abdecken. Es gibt längere Kurse (18 bis 24 Monate) mit geringerer Wochenbelastung, aber das ist ein anderer Kurstyp. Die zuständige IHK regelt nichts zum Kursformat, das machen die Bildungsträger.

Was ist, wenn ich einen Unterrichtsabend verpasse?

Ein verpasster Abend im Halbjahr ist unkritisch. Du schaust die Aufzeichnung, wenn sie angeboten wird, oder lässt dir von Mitlernenden die Notizen geben. Ab drei verpassten Abenden pro Monat wird es problematisch. Dann fehlt der rote Faden.

Sind die Abende immer pünktlich um 21 Uhr zu Ende?

In der Regel ja. Manche Dozenten lassen noch Fragen zu, dann wird es 21:15 oder 21:20. Plane bis 21:30 ein, nicht bis 21:00 punktgenau. Der Mentalabstand braucht ohnehin Zeit.

Gibt es Wochen ohne Unterricht?

Bei den meisten Anbietern gibt es Ferienwochen über Weihnachten und Neujahr, manche machen auch Oster- und Sommerpausen. Insgesamt zwei bis vier unterrichtsfreie Wochen übers Jahr, in denen du Zeit für Selbststudium oder Erholung hast.

Kann ich Dienstag oder Donnerstag tauschen gegen einen anderen Tag?

Nein, das Kursmodell ist fest. Wer an einem der beiden Abende grundsätzlich nicht kann, sollte einen anderen Kurs suchen. Es gibt Kurse mit anderen Tagkombinationen (Montag/Mittwoch, Mittwoch/Freitag), aber innerhalb eines laufenden Kurses ist Tausch nicht möglich.

Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist Gründer von SkillSprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger nach AZAV. Promovierter Naturwissenschaftler mit über zehn Jahren Erfahrung in beruflicher Bildung und Digitalisierung. Mehr dazu auf der Seite Über den Autor.

Zuletzt geprüft am 23.04.2026 von Dr. Jens Aichinger.

Bereit für den nächsten Schritt?

Du willst rausfinden, ob Dienstag und Donnerstag abends in deinen Wochenrhythmus passen? Mach das WFW-Eignungs-Quiz.

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Autoritative Quellen:


Drei Tools für deine Entscheidung

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WFW-Gehaltsrechner auf skill-sprinters.de: welche Gehaltssteigerung ist in deiner Branche realistisch.

Oder direkt 10 Minuten mit Jens für den persönlichen Check.

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